Karrierekrise der Millennials · Millennial Career Crisis
Wenn Sie alles richtig gemacht haben, aber das Leben, das Ihnen versprochen wurde, nie begonnen hat.
Sie haben studiert, gearbeitet und sind erwachsen geworden. Sie haben Karriere gemacht oder ein eigenes Unternehmen aufgebaut, ständig dazugelernt und versucht, keine Chance zu verpassen.
Es schien, als wäre es nur noch ein kleines Stück: diese Position, dieses Einkommen, noch ein erfolgreiches Projekt, endlich würde das Gefühl aufkommen: „Ich bin dort angekommen, wo ich hinwollte.“ Doch sobald das Ziel erreicht ist, vergeht ein wenig Zeit, und schon muss es wieder weitergehen.
Beruf, Erfolg und neue Wege
Verstehen, was an der bisherigen Erfolgsformel nicht mehr trägt
Immer öfter stellt sich die Frage: „Will ich das überhaupt noch zehn Jahre so weitermachen? Und wenn nicht, was dann stattdessen?“ Einfach so von vorne anzufangen, ist gar nicht mehr so einfach. Man hat zu viel aufgebaut, es gibt finanzielle Verpflichtungen, und ohnehin herrscht schon genug Unsicherheit. Eine falsche Entscheidung zu treffen, scheint im Moment zu teuer zu sein.
Sie müssen nicht sofort wissen, wie es weitergehen soll.
Zunächst können Sie herausfinden, was an Ihrem bisherigen Weg heute nicht mehr zu Ihnen passt. Danach können Sie Schritt für Schritt neue Möglichkeiten erkunden, ohne das Erreichte aufs Spiel zu setzen.
WORAN SIE EINE MILLENNIAL CAREER CRISIS ERKENNEN KÖNNEN
Endlose Weiterentwicklung: Sie müssen immer besser werden
Noch eine Weiterbildung, das nächste Projekt, mehr Kunden, mehr Einkommen, eine neue Position. Sie sind es gewohnt, ständig voranzukommen, doch die nächsten Erfolge bereiten Ihnen immer weniger Freude, und aus irgendeinem Grund fällt es Ihnen schwer, innezuhalten und zu sagen: „Das reicht mir.“
Das unerfüllte Versprechen: Ich habe alles richtig gemacht – warum reicht es noch immer nicht?
Sie haben studiert, gearbeitet, sich weiterentwickelt, Karriere gemacht oder ein eigenes Unternehmen aufgebaut und versucht, keine Chance zu verpassen. Vieles ist Ihnen gelungen. Doch das Gefühl „Jetzt ist mein Leben endlich so, wie es sein sollte“ hat sich trotzdem nie eingestellt.
Aufgebautes Kapital: Es steht zu viel auf dem Spiel
Erfahrung, Wissen, Einkommen, Kunden, Kontakte und ein guter Ruf geben Sicherheit, erhöhen aber auch den Preis einer Veränderung. Was wird aus all dem, in das Sie zehn oder fünfzehn Jahre investiert haben, wenn Sie diesen Weg nicht mehr weitergehen wollen?
Das Wahlparadox: Viele Möglichkeiten machen die Wahl schwerer
Sie können den Arbeitsplatz oder den Beruf wechseln, Ihr Unternehmen neu ausrichten, sich selbstständig machen oder die Selbstständigkeit aufgeben, sich weiterbilden oder umziehen. Doch je mehr Möglichkeiten es gibt, desto drängender wird die Frage: „Was, wenn ich mich wieder falsch entscheide?“
Wie kann sich Ihr Verhältnis zu Arbeit und Erfolg verändern?
Was Ihnen mit 25 wichtig war, muss mit 40 nicht mehr dieselbe Bedeutung haben. Mit der Zeit wird klarer, was ein guter Job für Sie heute bedeutet und welchen Platz die Arbeit in Ihrem Leben einnehmen soll.
Es wird klarer, was Sie heute wollen
Neue Möglichkeiten lassen sich zunächst im Kleinen erkunden: durch ein anderes Projekt, eine Weiterbildung, eine neue Rolle oder etwas, das Sie parallel aufbauen. Ob es wirklich zu Ihnen passt, zeigt sich manchmal erst in der Praxis.
Sie müssen nicht sofort wissen, wie es weitergehen soll
Sie müssen nicht sofort kündigen oder entscheiden, womit Sie sich in den nächsten zehn Jahren beschäftigen wollen. Manchmal reicht es, klein anzufangen: ein anderes Projekt zu übernehmen, in Ihrer jetzigen Arbeit eine neue Rolle auszuprobieren, mit Menschen aus einem Bereich zu sprechen, der Sie interessiert, oder etwas Neues zu lernen. Aus diesen Erfahrungen wird nach und nach klarer, was wirklich zu Ihnen passt und was nur in der Vorstellung gut klang.
Ein neuer Blick auf sich selbst
Ein beruflicher Richtungswechsel bedeutet nicht immer, bei null anzufangen. Ihre Erfahrung, Ihr Wissen, Ihre Kontakte und vieles von dem, was Sie bereits können, lassen sich mitnehmen und anders einsetzen. Sie können zum Beispiel in einen verwandten Bereich wechseln, Ihre Rolle verändern, einen Teil Ihrer bisherigen Arbeit beibehalten oder aus Ihren Erfahrungen und neuen Interessen etwas Eigenes entwickeln.
Nicht alles Erreichte hinter sich lassen
Mit der Zeit sind eine neue Position, mehr Verantwortung oder ein weiterer Karriereschritt vielleicht nicht mehr das, was Sie wirklich wollen. Stattdessen können andere Dinge wichtiger werden: echtes Interesse an der eigenen Arbeit, mehr Freiheit, mehr Einfluss darauf, wann und wie Sie arbeiten, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, oder mehr Raum für das Leben außerhalb der Arbeit.
Erfolg bedeutet nicht mehr nur Aufstieg
Arbeit kann ein wichtiger Teil Ihres Lebens sein. Sie muss aber nicht gleichzeitig sinnvoll und interessant sein, Status und ein gutes Einkommen bieten, Entwicklung ermöglichen und Ihnen das Gefühl geben, sich selbst verwirklicht zu haben. Manches davon lässt sich auch in anderen Lebensbereichen finden. Dann muss die Karriere nicht mehr all das leisten, was sie allein kaum leisten kann.
Ihre Arbeit muss Ihnen nicht alles geben.
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Fragen zum Thema Millennial Career Crisis
Häufig gestellte Fragen
So bezeichne ich eine Krise, die manche Millennials in der Mitte ihres Berufslebens erleben. Die vertraute Formel lautete: lernen, sich weiterentwickeln, Karriere machen oder ein Unternehmen aufbauen und sich dadurch Sicherheit schaffen. Doch wirtschaftliche Veränderungen, ein unsicherer Arbeitsmarkt, neue Technologien und heute auch KI haben die Bedingungen immer wieder verändert. Viele arbeiten weiter, erleben aber nicht die Sicherheit, die ihnen einmal versprochen wurde. Der Begriff ist weder eine Diagnose noch ein offizieller psychologischer Fachbegriff. Er beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen dieser Generation teilen.
Eine Besonderheit dieser Krise ist, dass die versprochene Sicherheit immer weiter in die Ferne rückt. Kaum haben Sie etwas gelernt, müssen Sie sich schon wieder mit Neuem beschäftigen. Kaum fühlen Sie sich in Ihrem Beruf sicher, verändert sich erneut der Markt, neue Technologien und KI kommen hinzu. Und dann sind da noch Wirtschaftskrisen, in denen sich zeigt, wie brüchig die vermeintliche Stabilität sein kann. So müssen Sie immer weiterlaufen, nicht nur, um voranzukommen, sondern manchmal schon, um überhaupt mithalten zu können. Und immer häufiger stellt sich die Frage: „Wie lange soll das noch so weitergehen und wohin laufe ich eigentlich?“
Millennials wurden stark von der Idee geprägt, immer zu lernen, besser zu werden und nicht stehenzubleiben. Entwicklung ist an sich gut. Belastend wird sie als endloses Selbstoptimierungsprojekt, bei dem jeder Erfolg sofort den nächsten Schritt verlangt und ein genug wie Zurückbleiben wirkt.
Bis zu diesem Alter ist berufliches Kapital entstanden: Erfahrung, Wissen, Einkommen, Kontakte, Kunden, Ruf und Position. Häufig kommen Familie und finanzielle Pflichten hinzu. Deshalb geht es nicht nur um einen Jobwechsel, sondern auch um die Frage, wer Sie sind, wenn Sie nicht mehr die Person der vergangenen fünfzehn Jahre sein möchten.
Viele Optionen erleichtern Entscheidungen nicht automatisch. Beruf, Unternehmen, Arbeitsform, Ausbildung oder Wohnort könnten verändert werden. Mit der Freiheit wächst die Angst, wieder falsch zu wählen; wirtschaftliche Unsicherheit lässt den Preis eines Fehlers noch höher erscheinen.
Mit Erfahrung, Einkommen und Pflichten ist Experimentieren schwieriger als mit 20. Hilfreich ist die Idee vorläufiger beruflicher Identitäten von Herminia Ibarra: Sie müssen nicht zuerst den neuen Weg festlegen. Sie können ihn mit einem Projekt, einer Rolle oder einer parallelen Tätigkeit erproben, ohne alles Bestehende zu zerstören.
In diesem Alter hängen oft Arbeit oder Unternehmen, Kinder, Beziehung, Wohnen, finanzielle Verpflichtungen und manchmal die Unterstützung der Eltern an Ihnen. Gerade dann kann der Wunsch entstehen, nicht mehr so arbeiten zu wollen, während ein radikaler Neustart viel teurer wirkt als mit 20.
Beides kann zusammen auftreten. Beim Burnout steht häufiger ich kann so nicht mehr im Vordergrund. Bei der Millennial Career Crisis kommt die Frage hinzu, ob Sie selbst nach Erholung überhaupt so weiterleben und arbeiten möchten. Entscheidend sind Erschöpfung und die Frage, ob Interesse zurückkehrt, wenn Belastung sinkt.