Psychologische Beratung bei emotionaler Überlastung
Wenn Gefühle schneller an Kraft gewinnen, als Sie mit ihnen umgehen können.
Eine Reaktion kann plötzlich nach außen brechen oder auf langes inneres Zurückhalten folgen.
Es wird wichtig, frühe Signale wahrzunehmen und im starken Gefühl wieder Handlungsspielraum zu gewinnen.
Gefühle, Reaktionen und Körper
Nicht weniger fühlen, sondern besser damit umgehen
Wütend, ängstlich, verletzt oder besorgt zu sein und manchmal heftig zu reagieren, ist normal. Schwieriger wird es, wenn Gefühle die Kontrolle übernehmen: Sie merken, dass Ihre Reaktion zu stark ist, können aber nicht stoppen, kommen lange nicht zur Ruhe oder halten alles zurück, bis es irgendwann aus Ihnen herausbricht.
Es geht nicht darum, weniger zu fühlen oder immer ruhig zu bleiben. Vielmehr darum, früher wahrzunehmen, was in Ihnen geschieht, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen und mit starken Gefühlen umzugehen, ohne sie zu unterdrücken oder ihnen jedes Mal die Entscheidung über das eigene Handeln zu überlassen.
Woran Sie merken, dass Gefühle Ihre Reaktionen zunehmend bestimmen
Die Gefühle überrollen Sie und lassen sich schwer stoppen
Wut, Angst, Sorge oder Verletzung wachsen schnell. Sie merken vielleicht, dass Sie sehr stark reagieren, können sich in diesem Moment aber nicht einfach zusammennehmen und beruhigen.
Sie reagieren heftiger, als Sie selbst möchten
Sie antworten scharf, brechen in Tränen aus, ziehen sich zurück oder handeln im Affekt. Später fragen Sie sich, warum Sie schon wieder so reagiert haben.
Sie halten lange aus und irgendwann bricht alles heraus
Zunächst ist es leichter zu schweigen und Ärger oder Verletzung nicht zu zeigen. Doch die Spannung sammelt sich, bis ein kleiner Anlass für eine heftige Reaktion genügt.
Gefühle zeigen sich immer häufiger im Körper
In angespannten Zeiten reagiert der Körper: Kopf, Schultern oder Kiefer schmerzen, der Atem wird flach, der Bauch verkrampft oder das Herz schlägt schneller. Oft wird die Verbindung zur Belastung spürbar.
Was kann sich verändern?
Nicht erst nach einem Ausbruch oder wenn Beruhigung kaum noch möglich ist. Frühe Anzeichen werden allmählich deutlicher.
Sie bemerken früher, dass die Gefühle ansteigen
Statt nur festzustellen, dass die Reaktion zu heftig war, wird verständlicher, was die Situation für Sie bedeutete und warum sie so viel auslöste.
Sie verstehen besser, was Sie so stark trifft
Sie können wütend sein, ohne sofort eine scharfe Nachricht zu senden, verletzt sein, ohne die Tür zuzuschlagen, und Angst haben, ohne einen Wunsch sofort aufzugeben. Früheres Wahrnehmen schafft Wahlmöglichkeiten.
Zwischen Gefühl und Reaktion entsteht mehr Raum
Es wird leichter, früher zu sagen, dass Sie wütend, müde oder nicht einverstanden sind, bevor die angesammelte Spannung nicht mehr zu halten ist.
Sie müssen nicht bis zum Äußersten aushalten
Sie bemerken eher, wie schwierige Gespräche, Sorge oder Wut körperlich wirken, und wann Ihr Befinden auch mit emotionaler Belastung zusammenhängt.
Die Verbindung zwischen Gefühl und Körper wird klarer
Sie verstehen besser, warum Sie so intensiv fühlen, und wissen, dass Sie damit umgehen können. Ein starkes Gefühl bedeutet nicht mehr automatisch Kontrollverlust.
Starke Gefühle machen weniger Angst
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Fragen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Eine Reaktion zu verstehen und sie im entscheidenden Moment zu verändern, sind zwei verschiedene Dinge. Ist ein Gefühl bereits sehr stark, werden ruhiges Denken und bewusstes Entscheiden schwieriger. Deshalb betrachten wir auch die früheren Momente, in denen die Reaktion erst an Kraft gewinnt.
Mir geht es weniger um Kontrolle als um den Umgang mit Gefühlen. Wut, Angst, Sorge und Verletzung sind nicht das Problem. Wichtig ist, sie früher zu bemerken, ihre Botschaft zu verstehen und das eigene Handeln zu wählen, statt sie zu unterdrücken oder sofort unter ihrem Einfluss zu handeln.
Oft liegt es nicht an der letzten Kleinigkeit. Vielleicht waren Sie lange müde, angespannt, wütend oder unausgeschlafen, und die kleine Situation wurde zum letzten Tropfen. Dann ist wichtig, was zuvor geschehen ist und sich angesammelt hat.
Manche Menschen haben gelernt, Ärger, Unzufriedenheit oder Verletzung nicht zu zeigen, um Beziehungen nicht zu belasten. Das Gefühl verschwindet dadurch nicht. Wir können verstehen, warum Sie es so lange zurückhalten und wie es früher wahrgenommen und ausgedrückt werden kann.
Nicht unbedingt. Intensiv zu fühlen ist kein Problem. Wichtiger ist, ob Sie bei einem starken Gefühl bleiben können, ohne später bereute Dinge zu tun, Beziehungen zu zerstören oder mehrere Tage zur Erholung zu brauchen.
Psychisches Befinden kann den Körper beeinflussen, und Stress kann Beschwerden verstärken. Aus einem Symptom allein lässt sich die Ursache aber nicht bestimmen. Neue, starke oder wiederkehrende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Danach können wir mögliche Zusammenhänge mit Belastung und Gefühlen betrachten.
Auch das kommt vor. Manchmal ist es leichter, zunächst Körperreaktionen, Gedanken oder Handlungsimpulse wahrzunehmen: weggehen, schreien oder verstummen. Über diese Signale wird das eigentliche Erleben nach und nach verständlicher.