Psychologische Beratung bei Migration

Das neue Leben ist aufgebaut, doch das Gefühl, dazuzugehören, bleibt aus.

Man kann die Sprache lernen, arbeiten, Kinder großziehen, Freundschaften schließen und äußerlich längst angekommen sein.

Innerlich kann man sich trotzdem fremd fühlen, das frühere Leben vermissen oder merken, dass es auch kein wirkliches Zurück mehr gibt.

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Zuhause, Zugehörigkeit und Identität

Ein Umzug geht innerlich weiter

Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass ein Umzug nicht schon dann vorbei ist, wenn die Koffer ausgepackt und die alltäglichen Angelegenheiten geregelt sind.

Oft tauchen erst viel später schwierigere Fragen auf: Wo ist jetzt mein Zuhause, was möchte ich aus der Vergangenheit bewahren und wer bin ich nach all dem?

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Wenn es nicht mehr nur ums Ankommen geht: Sie versuchen vieles, aber es wird nicht leichter.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie nach dem Umzug irgendwie weniger Sie selbst sind?

Früher kannten Sie Ihren Wert: Beruf, Status, vertraute Menschen und Selbstvertrauen waren da. Jetzt müssen Sie unter Ihrem Niveau neu beginnen, sind vom Partner abhängig oder müssen beweisen, was früher selbstverständlich war.

Manchmal kommt es Ihnen vor, als gäbe es nirgends mehr ein Zuhause

Hier fühlen Sie sich nicht ganz zugehörig. Kehren Sie an den früheren Ort zurück, ist auch dort vieles fremd geworden. Und dann schmerzt diese Frage ganz besonders: Wo ist nun mein Zuhause?

Auch nach Jahren fühlt sich das Leben noch immer wie ein Provisorium an.

Sie leben und arbeiten längst am neuen Ort, die Kinder gehen zur Schule, doch innerlich heißt es weiter: Mal sehen, ob wir bleiben. Es fällt schwer, Pläne zu machen und sich auf ein neues Leben einzulassen und das Gefühl zu haben, dass es bereits begonnen hat und nicht erst irgendwann in der Zukunft beginnen wird.

Der Umzug verändert Ihre engsten Beziehungen.

Der eine hat sich schneller zurechtgefunden, während der andere seine Arbeit verloren hat oder abhängiger geworden ist. Die Kinder gehören zunehmend einer anderen Kultur an, Angehörige aus Ihrer Heimat verstehen Ihr Leben immer weniger. Und manchmal fühlt es sich an, als hätten Sie mit dem Umzug nicht nur ein Land verloren, sondern auch die Art, wie Sie früher miteinander waren.

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Was kann sich verändern?

Eine andere Sprache, ein anderer Beruf oder ein anderer Status bestimmen nicht mehr, was Sie wert sind. Es fällt leichter, sich auf das zu stützen, was Sie bereits können, wissen und erlebt haben, selbst wenn man am neuen Ort vieles neu aufbauen muss.

Sie fühlen sich wieder sicherer

Sie müssen sich nicht unbedingt vollkommen „zu Hause“ fühlen oder aufhören, das zu vermissen, was dort zurückgeblieben ist. Nach und nach finden Sie Menschen, Orte und Dinge, bei denen Sie spüren: Das ist inzwischen auch mein Leben.

Sie haben das Gefühl: Ich habe wieder einen eigenen Platz

Es fällt Ihnen leichter, Pläne zu machen, sich einzuleben und in Beziehungen und das Leben hier zu investieren, auch ohne zu wissen, wo Sie in fünf oder zehn Jahren sein werden.

Das Leben ist nicht mehr nur vorläufig

Sie können besser verstehen, wie der Umzug jeden von Ihnen verändert hat, warum sich der eine schneller anpasst als der andere und wie es derzeit um Ihre Beziehung steht.

Mit nahen Menschen wird gegenseitiges Verstehen leichter

Sie dürfen das Vermisste betrauern und zugleich im neuen Land ein Leben aufbauen. Sie müssen sich nicht unbedingt entscheiden, welches Land, welche Kultur oder welcher Teil des eigenen Lebens nun das „Richtige“ ist.

Sie müssen sich nicht zwischen "dort" und "hier" entscheiden

Sprache, fremde Regeln und die Notwendigkeit, vieles neu zu verstehen, verschwinden nicht. Doch sie beanspruchen nach und nach weniger Energie und Raum.

Das Ankommen kostet weniger Kraft

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60 Minuten meiner Aufmerksamkeit, meiner Erfahrung und meines Wissens, die ganz Ihnen gewidmet sind.

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Fragen zum Thema "Das Leben zwischen Kulturen"

Häufig gestellte Fragen

Sich an Sprache, Dokumente und Abläufe zu gewöhnen, bedeutet noch nicht, sich zu Hause zu fühlen. Vieles, was früher ganz automatisch ging, muss man neu lernen: darüber nachdenken, wie man etwas sagt, an wen man sich wenden muss und wie man sich richtig verhält. Man kann gut zurechtkommen und dennoch müde davon sein, vertraute Menschen vermissen und sich nicht ganz zugehörig fühlen.

Ja, so etwas kommt vor. Hier kann man jahrelang ein wenig fremd bleiben, und wenn man dann an den Ort zurückkehrt, von dem man weggegangen ist, stellt man plötzlich fest, dass man sich auch dort nicht mehr zu Hause fühlt. Man hat sich verändert, die Menschen haben sich verändert, das Leben ist weitergegangen. Und dann kann die Frage „Wo ist mein Zuhause?“ tatsächlich sehr schmerzhaft werden.

Früher hatten Sie vertraute Arbeit und Beziehungen und wussten, was Sie können. Im neuen Land müssen Sie die Sprache lernen, Abschlüsse anerkennen lassen, unter Ihrer Qualifikation arbeiten oder finanziell vom Partner abhängen. Und nach und nach kann sich das Gefühl einstellen: Früher war ich ein selbstbewusster Mensch, und hier fange ich scheinbar ständig wieder bei Null an.

Menschen um sich zu haben ist nicht dasselbe wie Nähe. Man kann die Menschen sehr vermissen, denen man nicht die Hälfte seines Lebens erklären muss, mit denen man eine gemeinsame Geschichte hat und die man einfach anrufen kann, wenn es einem schlecht geht. Das ist keine Kleinigkeit: Soziale Bindungen und das Zugehörigkeitsgefühl sind eng mit dem Wohlbefinden von Migranten verbunden.

Jahrelang mit einem inneren erst einmal abwarten zu leben, ist schwer. Statt sich zu einer heute unmöglichen Entscheidung zu zwingen, kann die Frage helfen: Wie gestalte ich mein Leben jetzt, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich später sein werde?

Das kommt vor. Einer lernt schneller die Sprache und findet Arbeit, der andere braucht länger oder wird finanziell abhängig. Rollen, Belastungen, Beziehungen und der Umgang mit Kindern verändern sich. Ich würde mich sowohl mit der Beziehung als auch damit auseinandersetzen, wie das neue Leben jeden von Ihnen verändert hat.

Ich arbeite auf Russisch und Deutsch und kann Paare begleiten, bei denen ein Partner Russisch und der andere Deutsch spricht. Hinter denselben Worten werden oft unterschiedliche familiäre und kulturelle Bedeutungen gehört. Wir können klären, was Sie sagen und was beim anderen ankommt.